miniDSP UMIK-2 Referenz-Messmikrofon: wenn die Messung so genau wie möglich sein soll
Je feiner du abstimmst, desto mehr hängt an der Messung. Kleine Pegelunterschiede zwischen den Wegen, eine leichte Senke am Übergang zum Subwoofer oder ein Hochtöner, der minimal zu präsent ist: Solche Details siehst du nur, wenn das Mikrofon selbst kaum etwas hinzufügt. Genau dafür hat miniDSP das UMIK-2 gebaut. Es ist die Weiterentwicklung des bekannten UMIK-1, mit größerer Kapsel, deutlich weniger Eigenrauschen, 32-Bit-Wandler und frei wählbarer Abtastrate. Wie beim UMIK-1 steckst du es einfach per USB-C an und misst ohne Audio-Interface los.
Das UMIK-2 auf einen Blick
- Große 1/2-Zoll-Kapsel (13 mm): Die vorpolarisierte Kondensatorkapsel ist deutlich größer als beim UMIK-1. Das senkt das Eigenrauschen und die Verzerrungen. Die Kapsel sitzt auf einem 60-UNS-Gewinde.
- Sehr niedriges Grundrauschen: Das Ersatzrauschen liegt laut Hersteller bei nur 20 dB SPL (bei 0 dB Verstärkung). Leise Signale, Ausschwingvorgänge und Details im Pegelverlauf gehen dadurch nicht im Rauschen unter.
- 32-Bit-Wandler mit wählbarer Abtastrate: Du stellst 44,1 bis 192 kHz ein und passt das Mikro so an deine Mess- oder Aufnahmesoftware an. Der Wandler bietet laut miniDSP 120 dB Dynamik.
- Verstärkung per Software: Ein eingebauter Vorverstärker liefert bis zu 60 dB analoge Verstärkung, die du über eine Anwendung für Windows und Mac einstellst. So holst du bei leisen Messungen mehr Signal heraus, ohne dass das Rauschen digital mit angehoben wird.
- Individuelle Kalibrierdatei (0° und 90°): Jedes Exemplar wird einzeln vermessen. Mit seiner Datei linearisierst du Frequenzgang und Empfindlichkeit und misst den Lautsprecher, nicht das Mikrofon. Wie du sie herunterlädst, steht weiter unten.
- Direkt bereit für REW und Dirac Live: REW erkennt das UMIK-2 laut miniDSP beim Start automatisch. Dirac Live unterstützt es ab Version 3.x per Plug-and-play.
- USB-C mit USB Audio Class 2: Unter macOS, Linux und Android läuft das UMIK-2 ohne Treiber. Für Windows stellt miniDSP einen eigenen Treiber mit ASIO-Unterstützung bereit, damit es sich sauber in professionelle Software einfügt.
- Robustes Aluminiumgehäuse: 150 g, schwarz eloxiert und gemacht für den regelmäßigen Einsatz in der Werkstatt und unterwegs.
Kalibrierdatei herunterladen: so geht's
Die Kalibrierdatei ist es, die das UMIK-2 zum Referenzmikrofon macht. miniDSP stellt sie für jedes Exemplar kostenlos auf der Herstellerseite bereit:
- Seriennummer ablesen: Sie steht auf dem Gehäuse des Mikrofons, im Format 810-XXXX.
- Herstellerseite öffnen: Rufe die UMIK-2-Produktseite bei miniDSP auf und scrolle ganz nach unten zum Bereich für den Download der Kalibrierdatei.
- Seriennummer eingeben: Trage deine Nummer in das Feld „Serial number“ ein und schicke das Formular ab.
- Dateien speichern: Der Download startet meist automatisch. Falls nicht, nutze die Links, die danach angezeigt werden. Du bekommst eine Datei für 0° und eine für 90°.
- In die Messsoftware laden: Importiere die passende Datei in REW, Dirac Live oder dein Messprogramm. Erst dann sind Frequenzgang und Pegel korrekt.
Tipp: Speichere beide Dateien zusätzlich auf dem Laptop, einem USB-Stick oder in der Cloud. Dann hast du sie auch ohne Netz griffbereit, etwa in der Tiefgarage oder auf einem Treffen. Schau außerdem auf derselben Seite unter den Downloads nach, ob es eine neuere Firmware für dein UMIK-2 gibt.
Einsatzbereich und Kompatibilität
Das UMIK-2 misst rein akustisch und funktioniert deshalb mit jedem DSP, egal von welchem Hersteller. Du misst am Hörplatz, wertest in der Messsoftware aus und überträgst die Korrekturen in die Tuning-Software deines DSPs. Danach misst du erneut und siehst sofort, ob die Änderung gewirkt hat.
- Car-HiFi: SQ-Abstimmung mit hohem Anspruch, Feinarbeit an EQ, Pegeln und Übergängen, Vorher-nachher-Vergleich nach Dämmung oder Lautsprechertausch, Messung von Störgeräuschen im Innenraum
- Heimkino und Hi-Fi: Raumkorrektur mit Dirac Live oder REW, Subwoofer-Integration, Mehrkanal-Messungen
- Lautsprecherentwicklung und Studio: Frequenzgang-Messungen an Chassis und Gehäusen, Raumakustik, Messungen bei niedrigen Pegeln
- Software: REW (kostenlos), Dirac Live ab 3.x und jedes Mess- oder Aufnahmeprogramm, das ein USB-Audiogerät und eine Kalibrierdatei verwendet
- Mobil: Android ohne Treiber, iPhone und iPad laut Hersteller mit USB-Kamera-Adapter
Worauf du beim Messen achten solltest
- Richtige Datei zur Ausrichtung: Zeigt die Kapsel nach oben zur Decke bzw. zum Dachhimmel, nimm die 90°-Datei. Das ist die richtige Wahl, wenn der Schall aus vielen Richtungen kommt, wie im Auto oder bei einem Surround-System. Richtest du das Mikro direkt auf einen einzelnen Lautsprecher oder ein Stereopaar, nimm die 0°-Datei.
- Verstärkung passend wählen: Der maximale Schalldruck von 125 dB gilt bei 0 dB Verstärkung. Je mehr du verstärkst, desto früher übersteuert das Mikro. Für laute Messungen bleibst du deshalb bei 0 dB, für sehr leise Messungen drehst du die Verstärkung hoch.
- Abtastrate abstimmen: Stelle in der Messsoftware dieselbe Abtastrate ein wie am Mikrofon. Für normale Frequenzgang-Messungen reichen 48 kHz völlig.
- Auf Ohrhöhe messen: Befestige das Mikro dort, wo sich beim Hören dein Kopf befindet. Miss an mehreren Punkten rund um diese Position und bilde den Mittelwert. Das ergibt ein realistischeres Bild als eine einzelne Messung.
- Ruhige Umgebung: Im Auto bleiben Motor und Lüftung aus, Türen und Fenster zu. Gerade weil das UMIK-2 so wenig rauscht, siehst du jedes Störgeräusch in der Messung. Bei längeren Sessions hängst du am besten ein Ladegerät an die Batterie.
UMIK-2 oder UMIK-1?
Beide Mikrofone messen mit Kalibrierdatei von 20 Hz bis 20 kHz und eignen sich für die DSP-Abstimmung. Das UMIK-2 ist die richtige Wahl, wenn du möglichst genau messen willst: Es rauscht deutlich weniger, verzerrt weniger, bietet Abtastraten bis 192 kHz, eine Verstärkung per Software und einen ASIO-Treiber für Windows. Das UMIK-1 verträgt dafür höhere Pegel (133 statt 125 dB) und kostet weniger. Wer im Auto vor allem bei hoher Lautstärke oder direkt vor dem Subwoofer misst, fährt mit dem UMIK-1 besser. Wer feine SQ-Abstimmung, Studioarbeit oder Messungen bei geringem Pegel macht, bekommt mit dem UMIK-2 das genauere Werkzeug.
Gut zu wissen: Impedanzkurven und Thiele-Small-Parameter kann kein Messmikrofon erfassen, auch das UMIK-2 nicht. Wer Chassis vor dem Gehäusebau vermessen will, braucht zusätzlich ein Gerät wie den Dayton Audio DATS V3.
Technische Daten: miniDSP UMIK-2
- Typ: omnidirektionales Referenz-Messmikrofon
- Kapsel: 1/2 Zoll (13 mm), rauscharmer vorpolarisierter Kondensator, auf 60-UNS-Gewinde
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz, ±1 dB (mit Kalibrierdatei)
- Empfindlichkeit: −34 dBFS bei 0 dB Verstärkung (94 dB SPL, 1 kHz)
- Grundrauschen: −105,3 dBFS (A-bewertet) bei 0 dB Verstärkung
- Ersatzrauschen (EIN): 20 dB SPL bei 0 dB Verstärkung
- Max. Schalldruck: 125 dB SPL (0 dBFS, bei 0 dB Verstärkung)
- A/D-Wandler: 32 Bit, 120 dB Dynamik, Abtastrate wählbar 44,1 – 192 kHz
- Vorverstärker: bis 60 dB analoge Verstärkung, einstellbar per Software (Windows/Mac)
- USB: USB-C, USB 2.0, USB Audio Class 2, XMOS-Controller
- Treiber: macOS, Linux und Android treiberlos; Windows mit miniDSP-Treiber inkl. ASIO; iOS mit USB-Kamera-Adapter
- Kalibrierung: individuelle Datei je Seriennummer, 0° und 90°
- Kompatible Software: REW, Dirac Live ab 3.x und weitere Mess- und Aufnahmeprogramme
- Gehäuse: Aluminium, schwarz eloxiert
- Maße: 21 × 185 mm (Durchmesser × Länge)
- Gewicht: 150 g
- Lieferumfang: UMIK-2, abgeschirmtes USB-C-Kabel (2 m), Mini-Stativ mit Mikrofonklemme, Windschutz
Mein Fazit: Das UMIK-2 ist für alle, die beim Messen keine Kompromisse machen wollen. Das niedrige Rauschen und die einstellbare Verstärkung zeigen dir Details, die mit einfacheren Mikrofonen untergehen. Wer seine Anlage auf hohem Niveau abstimmt oder regelmäßig für Kunden misst, hat damit ein Werkzeug, auf dessen Werte er sich verlassen kann.
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