Loud as Hell Inferno 12" – ein Midbass-Treiber, der keine Kompromisse kennt
Der Loud as Hell Inferno 12" ist kein Subwoofer im klassischen Sinne – er ist ein dedizierter Midbass-Treiber, der für Setups gebaut wurde, in denen Kickbass nicht nur hörbar, sondern spürbar sein soll. Mit 3.000 Watt RMS, einer 125-mm-Schwingspule und einem Gesamtgewicht von 32 kg ist das hier keine Lösung für einen unauffälligen Kofferraum-Aufbau. Wer SPL-Wettbewerbe fährt oder einfach möchte, dass sein Fahrzeug bei 80 bis 150 Hz physisch reagiert, ist hier richtig. Für ein reines SQ-Setup mit dezenter Basswiedergabe dagegen nicht.
Technische Highlights des Inferno 12"
- 125-mm-Schwingspule (5 Zoll): Eine Schwingspule dieser Größe ist im 30er-Bereich absolut ungewöhnlich – sie ermöglicht die nötige thermische Belastbarkeit, um dauerhaft 3.000 Watt RMS zu verarbeiten, ohne in die Knie zu gehen.
- 3.000 Watt RMS / 6.000 Watt Peak: RMS ist der Dauerbetriebswert, den der Treiber konstant verarbeiten kann – die Peak-Angabe ist der kurzzeitige Spitzenwert. Hier ist die RMS-Angabe das entscheidende Kriterium für die Verstärkerauswahl.
- Triple-Magnetsystem: Drei übereinander gestapelte Magnete mit je 250 mm Durchmesser erzeugen einen BL-Wert von 32,68 T·m – ein sehr hoher Antriebsfaktor, der für kontrollierten Kickbass bei hohen Pegeln sorgt.
- Empfohlener Einsatzbereich 70–250 Hz: Das ist kein Subwoofer-Frequenzbereich – der Inferno ist für die Kick- und Midbassregion optimiert, idealerweise in Kombination mit einem dedizierten Sub, der den Bereich darunter übernimmt.
- Hoher Qms-Wert (8,61): Der mechanische Gütefaktor deutet auf geringe mechanische Dämpfung hin, was bei der Gehäuseabstimmung berücksichtigt werden muss – hier ist sorgfältige TSP-Simulation vor dem Bau Pflicht.
- 95 dB Wirkungsgrad: Für einen 30er mit diesem Antrieb ein solider Wert – der Treiber macht aus verfügbarer Leistung sichtbar Pegel.
Technische Daten des Inferno 12" im Überblick
- Nenngröße: 12"
- Impedanz: 4 Ohm
- DC-Widerstand (Re): 3,6 Ohm
- RMS-Leistung: 3.000 W
- Peak-Leistung: 6.000 W
- Schwingspulendurchmesser: 125 mm
- Resonanzfrequenz (Fs): 62 Hz
- Gesamtgüte (Qts): 0,47
- Elektrische Güte (Qes): 0,50
- Mechanische Güte (Qms): 8,61
- Äquivalentvolumen (Vas): 10,21 L
- Bewegte Masse (Mms): 205 g
- BL-Faktor: 32,68 T·m
- Wirkungsgrad (1 W / 1 m): 95 dB
- Außendurchmesser: 313 mm
- Einbautiefe: 190 mm
- Einbauöffnung (Montagekreis): 283 mm
- Gewicht: 32 kg
Einsatzbereich & Kompatibilität des Inferno 12"
Der Inferno 12" ist ein Treiber für dedizierte SPL-Setups oder Fahrzeuge mit ausreichend Platz für einen soliden Gehäuseaufbau – das Gewicht und die Abmessungen machen ihn nichts für kompakte Hatchback-Aufbauten. Vom Vas-Wert (10,21 L) und dem Qts (0,47) her ist eine TSP-Simulation vor der Gehäuseplanung absolut notwendig; Bandpass- oder geschlossene Gehäuse kommen bei diesem Einsatzbereich eher in Frage als klassische Bassreflexkonstruktionen für tiefe Subbassbereiche. Der Frequenzgang ist auf Kickbass ausgelegt – kombiniere ihn sinnvoll mit einem oder mehreren dedizierten Subwoofern, die den Bereich unter 70 Hz übernehmen. Für die Verstärkerseite empfiehlt sich eine Monoendstufe mit mindestens 3.000 Watt RMS an 4 Ohm, besser mit etwas Reserve nach oben. DSP-seitig solltest du saubere Hochpassfilter ab etwa 70 Hz setzen, um mechanischen Stress im Tiefbassbereich zu vermeiden.
Worauf du beim Einbau des Inferno 12" achten solltest
- Kabelquerschnitt nicht unterschätzen: Bei 3.000 Watt RMS brauchst du auf der Stromversorgung der Endstufe mindestens 35 mm² – wer mit 25 mm² arbeitet, handelt sich Spannungsabfall und potenzielle Probleme ein.
- Einbautiefe prüfen: 190 mm sind für einen 30er-Treiber nicht ungewöhnlich, aber mit Magnetsystem und Anschlusskabeln solltest du mindestens 220–230 mm freien Bauraum hinter der Schallwand einplanen.
- Gehäuse solide verstreben: Bei 32 kg Eigengewicht und dem Antriebsniveau dieses Treibers sind Resonanzen im Gehäuse kein theoretisches Problem – Mehrfachverleimung und Versteifungsbrücken sind kein Luxus, sondern Pflicht.
- TSP-Simulation vor dem Bau: Mit einem Qts von 0,47 und einem Vas von nur 10,21 L ist das keine Plug-and-Play-Situation. Nutz WinISD oder ein vergleichbares Tool, bevor du anfängst zu sägen.
Der Loud as Hell Inferno 12" ist ein Spezialist – und das ist wörtlich gemeint. Wer einen Allrounder für ein unauffälliges Alltagssetup sucht, ist hier falsch. Wer aber einen druckstarken Kickbass-Treiber für ein ernsthaftes SPL-Projekt oder eine dedizierte Druckstaffelung sucht und die passende Endstufe sowie das Handwerk für den Gehäusebau mitbringt, bekommt hier ein Werkzeug, das seinen Job konsequent macht.
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