Deaf Bonce Hannibal Fury 165 – Mitteltöner mit klarem SQ-Fokus
Der Deaf Bonce Hannibal Fury 165 ist ein 6,5-Zoll-Mitteltöner, der speziell für den Einsatz in aktiven oder passiv getrennten Mehrwegesystemen entwickelt wurde. Wer einen dedizierten Midrange-Treiber sucht, der zwischen Tiefmitteltöner und Hochtöner sauber arbeitet, ist hier richtig. Mit einem Frequenzbereich von 100 bis 14.000 Hz und einer Papiermembran ist das ein klassischer SQ-Kandidat – kein Allrounder-Breitbänder. Ich würde ihn dort einsetzen, wo es auf saubere Stimmwiedergabe und Präsenz im Mitteltonband ankommt.
Technische Highlights des Hannibal Fury 165
- Papiermembran für natürlichen Klang: Papier hat eine hohe innere Dämpfung und gibt Mitten warm und natürlich wieder – das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Auslegung auf Klangqualität statt auf maximalen Pegel.
- Gewebsicke für kontrollierte Bewegung: Die Gewebsicke sorgt für eine definierte Rückstellkraft und hält den Treiber auch bei höheren Pegeln in der Spur – relevant, wenn man ihn nahe an seiner RMS-Grenze betreibt.
- CCAW-Schwingspulendraht: Copper-Clad Aluminium Wire ist leichter als reines Kupfer und verbessert das Verhältnis von bewegter Masse zu Antriebskraft – das kommt der Impulsantwort im Mitteltonbereich zugute.
- 90 W RMS / 180 W Peak: Die RMS-Leistung gibt den Dauerbetriebswert an, der Peak-Wert dagegen ist ein kurzfristiger Spitzenwert und kein Betriebsziel. Mit 90 W RMS braucht man eine ordentliche Mittelstufe oder DSP-Endstufen-Kombination, keine Schwachstrom-Lösung.
- 91,6 dB Empfindlichkeit: Für einen Mitteltöner ein guter Wert – er kommt auch mit moderaten Leistungen zu einem brauchbaren Pegel, lässt sich im Verbund mit anderen Treibern vernünftig angleichen.
- Kompakte Einbautiefe von 61,8 mm: Das ist wichtig in Türen mit wenig Platz hinter der Einbauplatte – der Fury 165 passt in die meisten Standardtüren, ohne dass man gleich mit dem Dremel ran muss.
Technische Daten im Überblick – Hannibal Fury 165
- Nenngröße: 6,5 Zoll
- Bauart: Mitteltöner
- Frequenzbereich: 100–14.000 Hz
- RMS-Belastbarkeit: 90 W
- Maximalbelastbarkeit (Peak): 180 W
- Impedanz: 4 Ohm
- Empfindlichkeit: 91,6 dB
- Resonanzfrequenz (Fs): 98 Hz
- Gesamtgüte (Qts): 0,94
- Kraftfaktor (BL): 3,69 T·m
- Äquivalentvolumen (Vas): 10,83 L
- Schwingspulendurchmesser: 25,4 mm (1 Zoll)
- Membran: Papier
- Sicke: Gewebe
- Magnet: Ferrit
- Schwingspulendraht: CCAW
- Korb: Stahl
- Einbautiefe: 61,8 mm
- Einbaudurchmesser: 150,5 mm
- Gewicht (pro Stück): ca. 0,93 kg
- Lieferumfang: Paar (2 Stück)
Einsatzbereich & Kompatibilität – Hannibal Fury 165
Der Fury 165 ist kein Fullrange-Speaker, sondern ein dedizierter Mitteltöner – das bedeutet: er braucht zwingend eine Frequenzweiche oder ein DSP mit aktiver Trennung. Ohne Hochpass betrieben wird er auf Dauer Schaden nehmen, weil er für tiefe Frequenzen nicht ausgelegt ist. Er eignet sich besonders für 2-Wege- oder 3-Wege-Systeme in Türen und A-Säulen, wo ein Hochtöner den oberen Bereich übernimmt und ein Tiefmitteltöner oder Subwoofer die unteren Lagen abdeckt.
Kombiniert mit einem DSP wie dem Helix DSP Mini oder vergleichbaren Lösungen kann man ihn sauber in ein Gesamtsystem integrieren und die Übernahmefrequenzen präzise anpassen. Wer bereits Deaf-Bonce-Subwoofer oder andere Treiber der Hannibal-Linie betreibt, findet hier eine stimmige Ergänzung im Mittelton. Türdämmung vor dem Einbau ist keine Kür, sondern erhöht die Abbildungsqualität spürbar.
Worauf du beim Einbau des Hannibal Fury 165 achten solltest
- Hochpass nicht vergessen: Mindestens 80–100 Hz Hochpass, besser 150–200 Hz mit 24 dB/Okt. – das schützt den Treiber und gibt ihm den Frequenzbereich, für den er ausgelegt ist.
- Einbauposition auf Schallführung prüfen: Als Mitteltöner lebt er von der richtigen Ausrichtung auf die Hörposition. In der A-Säule oder Türmitte mit Anwinkelung auf den Fahrer bringt er deutlich mehr als blind in die Standardposition verbaut.
- Endstufe mit ausreichend Kanalleistung: 90 W RMS brauchen eine Endstufe, die das auch stabil liefert. Eine 4-Kanal-Endstufe mit 50–100 W pro Kanal an 4 Ohm ist hier sinnvoll – keine Headunit-interne Verstärkung.
- Türdämmung vorher: Eine undichte Tür macht selbst einen guten Mitteltöner klanglich zunichte. Bitumenmatten auf der Außenhaut und Entkopplungsmaterial hinter der Verkleidung sind beim SQ-Aufbau Pflicht, kein Bonus.
Der Deaf Bonce Hannibal Fury 165 ist ein solider, klar auf SQ ausgelegter Mitteltöner für alle, die ihr System wirklich strukturieren wollen – also mit Frequenztrennung, DSP und dem Willen, Zeit in die Abstimmung zu investieren. Wer einen Plug-and-Play-Speaker sucht, ist hier falsch. Wer aber einen zuverlässigen Baustein für ein durchdachtes Mehrwegesystem braucht, bekommt mit dem Fury 165 für den Preis eine ernsthafte Option.
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Deaf Bonce – SPL-Weltrekorde von der Alphard Group
Deaf Bonce gehört zur Alphard Group, die seit 1997 professionelle Beschallungstechnik entwickelt und sich 2011 auf Car-HiFi spezialisierte. Als eigene Marke startete Deaf Bonce Ende 2013 und war innerhalb kürzester Zeit für messbare Ergebnisse bekannt: Zwischen 2014 und 2021 stellte die Marke bei internationalen Wettbewerben über ein Dutzend SPL-Weltrekorde auf. Die Produktlinie ist bewusst zweigeteilt: Apocalypse für kompromisslose SPL-Systeme, Machete für alltagstaugliche, aber trotzdem kraftvolle Setups.
Deaf Bonce: meine Hassliebe in Sachen Pegel
Deaf Bonce ist bei mir ehrlich gesagt eine Hassliebe. Zum einen sind die richtigen SPL-Komponenten so brachial, dass man das nicht kleinreden kann. Zum anderen ist die Fertigungsqualität aber nicht immer auf dem Stand, wie ich es von DD Audio gewohnt bin. Hier zeigt sich das russische Mindset: Viel hilft viel.
Wer dennoch kompromisslos laut hören möchte, zu einem anständigen Preis, macht mit Deaf Bonce nichts falsch. Ich sehe die Produkte aber eher in echten SPL-/SQPL-Projekten, weniger im Daily.
