Deaf Bonce Hannibal Fury 130 – kompakter Mitteltöner mit klarer Aufgabe
Der Deaf Bonce Hannibal Fury 130 ist ein 5-Zoll-Mitteltöner, der als Paar geliefert wird und genau da ansetzt, wo viele Car-HiFi-Setups schwächeln: im Mitteltonbereich zwischen Hochtöner und Subwoofer. Mit 70 Watt RMS und einem Papierkonus ist er klar auf Sound Quality ausgerichtet – wer im Frontbühnen-Aufbau Wert auf eine saubere, natürliche Stimmwiedergabe legt, sollte hier genauer hinschauen. Für SPL-Builds ist er weniger gedacht, als Mitteltöner in einer passiv oder aktiv getrennten Dreiwege-Front aber ein solider Kandidat.
Technische Highlights des Hannibal Fury 130
- Papierkonus mit Gewebesicke: Papier ist im Mitteltonbereich kein Rückschritt – im Gegenteil. Es klingt organisch, überträgt Stimmen und Instrumente natürlich und neigt weniger zu künstlichen Auflösungsartefakten als manche Kunststoffmembranen. Die Gewebesicke sorgt dabei für kontrollierte Rückstellkräfte.
- CCAW-Schwingspule (25,4 mm): Copper Clad Aluminium Wire – leichter als Vollkupfer, was dem Wirkungsgrad und dem Impulsverhalten zugute kommt. Gerade im Mitteltonbereich zählt Schnelligkeit mehr als rohe Kraft.
- 70 Watt RMS, 140 Watt Peak: RMS ist die Dauerbelastbarkeit – also was der Lautsprecher langfristig verarbeiten kann. Die Peakangabe von 140 Watt ist der kurzfristige Grenzwert, kein Dauerbetriebswert. Für einen 5-Zoll-Mitteltöner ist das eine realistische und ausreichende Auslegung.
- Resonanzfrequenz Fs bei 112 Hz: Das sagt dir direkt, wo du die Trennfrequenz mindestens ansetzen solltest. Alles deutlich darunter lässt du besser dem Subwoofer – hier trennt man sinnvollerweise bei 150–200 Hz und aufwärts, abhängig vom Gesamtsystem.
- Empfindlichkeit 89 dB: Kein Hocheffizienz-Treiber, aber für passive oder aktiv verstärkte Setups absolut alltagstauglich. Mit einem DSP und einem Channel pro Seite lässt er sich gut einpegeln.
- Einbautiefe nur 58,8 mm: Das ist kompakt genug, um ihn in vielen Türverkleidungen, A-Säulen oder Mittelkonsolen-Positionen unterzubringen, ohne umfangreiche Anpassungen zu brauchen.
Technische Daten im Überblick – Hannibal Fury 130
- Bauart: Mitteltöner
- Nenngröße: 5 Zoll
- Impedanz: 4 Ohm
- RMS-Belastbarkeit: 70 W
- Maximalbelastbarkeit (Peak): 140 W
- Empfindlichkeit: 89 dB
- Frequenzbereich: 100–15.000 Hz
- Resonanzfrequenz (Fs): 112 Hz
- Gesamtgüte (Qts): 1,01
- Kraftfaktor (BL): 3,44 Tm
- Äquivalentvolumen (Vas): 3,7 l
- Schwingspulendurchmesser: 25,4 mm
- Schwingspulendraht: CCAW
- Membranmaterial: Papier
- Sicke: Gewebe
- Korb: Stahl
- Magnet: Ferrit
- Einbautiefe: 58,8 mm
- Einbaudurchmesser: 120,5 mm
- Gewicht (je Paar): ca. 1,48 kg
- Lieferumfang: 1 Paar (2 Stück)
Einsatzbereich & Kompatibilität – Hannibal Fury 130
Der Fury 130 macht am meisten Sinn in einem aktiv getrennten Dreiweg-Frontbühnen-Setup, bei dem ein DSP die Übergänge zu Hochtöner und Subwoofer sauber regelt. Typische Einbaupositionen sind die A-Säule, eine Kickbass-Pod-Lösung ohne tiefe Bassanforderungen oder ein dediziertes Mitteltöner-Gehäuse in der Türverkleidung. Wer das Setup passiv aufbauen will, sollte eine gut abgestimmte Frequenzweiche verwenden, die den Treiber zuverlässig ab mindestens 150 Hz trennt.
Als Ergänzung empfiehlt sich ein Hochtöner mit ähnlicher Empfindlichkeit (z. B. aus dem Deaf Bonce-Sortiment), ein DSP mit mindestens 6 Kanälen sowie eine Endstufe, die sauber im oberen Mitteltonbereich arbeitet. Eine ordentliche Türdämmung vor dem Einbau ist keine Option, sondern Grundvoraussetzung – ohne sie verliert der Fury 130 unnötig Energie an Türblech-Resonanzen.
Worauf du beim Einbau des Hannibal Fury 130 achten solltest
- Trennfrequenz nicht zu tief ansetzen: Die Resonanzfrequenz von 112 Hz ist kein Spielraum nach unten, sondern eine Grenze. Trenne aktiv bei mindestens 150 Hz, besser 200 Hz mit 24 dB/Okt. Flankensteilheit – das schützt den Treiber und verbessert den Klang.
- Einbauposition klanglich relevant: Als Mitteltöner profitiert er erheblich von einer Ausrichtung auf die Hörposition. Wenn möglich, A-Säule oder Kickboard bevorzugen gegenüber einer tiefen Türposition, die das Abstrahlverhalten im Hochmitteltonbereich verschlechtert.
- Kein Volumen nötig, aber eine geschlossene Rückkammer hilft: Der Fury 130 ist kein Bassreflextreiber und braucht kein definiertes Gehäusevolumen – aber eine akustisch entkoppelte Rückseite (z. B. Türdämmung + geschlossene Kammer) sorgt für ein saubereres Klangbild als eine offene Türkonstruktion.
- Pegelabgleich per DSP: 89 dB Empfindlichkeit ist ordentlich, aber nicht überwältigend. Wenn du ihn zusammen mit einem effizienteren Hochtöner betreibst, musst du die Pegel per DSP angleichen – sonst dominiert der Hochtöner akustisch.
Der Deaf Bonce Hannibal Fury 130 ist kein Allrounder, sondern ein Spezialist: Er macht seinen Job im Mitteltonbereich zuverlässig und klingt für den Preis deutlich erwachsener als viele Breitbänder, die oft als Mitteltöner verkauft werden. Wer ein aktiv getrenntes Setup mit DSP plant und einen kompakten, unkomplizierten Mitteltöner mit ordentlicher Materialwahl sucht, ist hier richtig.
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Deaf Bonce – SPL-Weltrekorde von der Alphard Group
Deaf Bonce gehört zur Alphard Group, die seit 1997 professionelle Beschallungstechnik entwickelt und sich 2011 auf Car-HiFi spezialisierte. Als eigene Marke startete Deaf Bonce Ende 2013 und war innerhalb kürzester Zeit für messbare Ergebnisse bekannt: Zwischen 2014 und 2021 stellte die Marke bei internationalen Wettbewerben über ein Dutzend SPL-Weltrekorde auf. Die Produktlinie ist bewusst zweigeteilt: Apocalypse für kompromisslose SPL-Systeme, Machete für alltagstaugliche, aber trotzdem kraftvolle Setups.
Deaf Bonce: meine Hassliebe in Sachen Pegel
Deaf Bonce ist bei mir ehrlich gesagt eine Hassliebe. Zum einen sind die richtigen SPL-Komponenten so brachial, dass man das nicht kleinreden kann. Zum anderen ist die Fertigungsqualität aber nicht immer auf dem Stand, wie ich es von DD Audio gewohnt bin. Hier zeigt sich das russische Mindset: Viel hilft viel.
Wer dennoch kompromisslos laut hören möchte, zu einem anständigen Preis, macht mit Deaf Bonce nichts falsch. Ich sehe die Produkte aber eher in echten SPL-/SQPL-Projekten, weniger im Daily.
