Deaf Bonce AP-M60SQL – Mitteltöner mit SPL-Genen für den Einsatz im Mitteltonbereich
Der Deaf Bonce Apocalypse AP-M60SQL ist kein Allrounder-Speaker, sondern ein dedizierter 6,5-Zoll-Mitteltöner, der gezielt für Systeme entwickelt wurde, bei denen Lautstärke und Dynamik im Vordergrund stehen. Mit 97,5 dB Empfindlichkeit und 150 Watt RMS spielt er in einer Leistungsklasse, die schon an SPL-orientierte Setups denken lässt – trotzdem ist er dank seines kontrollierten Übertragungsbereichs von 100 bis 13.000 Hz auch in durchdachten SQ-Systemen verwendbar, sofern man sauber trennt. Als Paar geliefert, macht er sich gut als Ergänzung zu einem Hochtonhorn oder einem Hochtöner in der Bühne.
Technische Highlights des AP-M60SQL
- 97,5 dB Empfindlichkeit: Das ist überdurchschnittlich hoch für einen Mitteltöner dieser Größe. Du brauchst weniger Verstärkerleistung, um Pegel zu machen – oder du hast schlicht mehr Headroom. Gut für Systeme mit mehreren Kanälen, bei denen die Endstufe nicht endlos Reserven hat.
- 150 Watt RMS / 300 Watt Peak: Solide Dauerbelastbarkeit für diese Bauart. Der Peakwert ist der kurzfristige Belastungsgrenzwert – im Alltag zählt die RMS-Angabe. Nicht übertreiben beim Einpegeln, auch wenn der AP-M60SQL Headroom hat.
- Hybridmagnet: Deaf Bonce kombiniert hier verschiedene Magnetmaterialien, um ein gutes Verhältnis aus Kraftfaktor und Gewicht zu erzielen. Der BL-Wert von 7,70 zeigt, dass der Antrieb relativ straff ist – das kommt der Kontrolle im Mitteltonbereich zugute.
- Papiermembran mit Gewebesicke: Klassische Materialkombination im Mittelhochtonbereich. Papier bietet ein gutes Masse-Steifigkeits-Verhältnis, die Gewebesicke arbeitet langzeitstabil und ist weniger temperaturempfindlich als Gummi – praktisch im Fahrzeugeinsatz.
- Resonanzfrequenz bei 110 Hz: Die Fs liegt relativ hoch, was typisch für einen reinen Mitteltöner ist. Das bedeutet: Trenne ihn nicht zu tief, empfehlenswert sind Crossover-Punkte ab 150–200 Hz aufwärts, je nach System und Einbausituation.
- Einbautiefe nur 60,2 mm: Für einen Mitteltöner mit dieser Leistungsklasse sehr kompakt. Das erleichtert den Einbau in Türverkleidungen, A-Säulen oder Mitteltöner-Pods ohne große Tiefenreserven.
Technische Daten des AP-M60SQL im Überblick
- Modell: Apocalypse AP-M60SQL
- Bauart: Mitteltöner
- Nenngröße: 6,5 Zoll
- Lieferumfang: Paar (2 Stück)
- Frequenzbereich: 100–13.000 Hz
- RMS-Belastbarkeit: 150 W
- Maximalbelastbarkeit: 300 W
- Impedanz: 4 Ohm
- Empfindlichkeit: 97,5 dB
- Resonanzfrequenz (Fs): 110 Hz
- Gesamtgüte (Qts): 0,45
- Kraftfaktor (BL): 7,70 T·m
- Äquivalentvolumen (Vas): 5,2 L
- Schwingspulendurchmesser: 38,1 mm
- Schwingspulendraht: Aluminium
- Membranmaterial: Papier
- Sicke: Gewebe
- Korb: Stahl
- Magnet: Hybrid
- Einbautiefe: 60,2 mm
- Einbaudurchmesser: 145,0 mm
- Gewicht (je Paar): ca. 3,9 kg
Einsatzbereich & Kompatibilität mit dem AP-M60SQL
Der AP-M60SQL ist klar auf aktive Trennungen ausgelegt – passiv könnte man ihn zwar betreiben, aber sein Potenzial entfaltet er in Verbindung mit einem DSP, der saubere Hochpassfilter ab 150–200 Hz ermöglicht. Gut kombinierbar mit einem Hochtonhorn oder einem kleinen Hochtöner aus der Apocalypse-Linie, wenn du eine abgestimmte Bühne aufbauen willst. Klassische Anwendung: Mitteltöner in der Tür oder im A-Säulen-Pod, ergänzt durch dedizierte Hochtöner im Dreieck oder Armaturenbrett. Für 2-Wege-Setups, bei denen der Tiefton per Subwoofer abgedeckt wird, ist der AP-M60SQL eine logische Wahl – er übernimmt den Mittelton und übergibt sauber nach oben. Für vollpassive Systeme ohne DSP würde ich ihn weniger empfehlen, weil die Fs von 110 Hz eine präzise Trennung voraussetzt.
Worauf du beim Einbau des AP-M60SQL achten solltest
- Aktive Trennung ist Pflicht: Die Fs von 110 Hz lässt keinen großen Spielraum nach unten. Trennst du zu tief oder ohne ausreichend steile Flanke (mindestens 12 dB/Okt, besser 24 dB/Okt), riskierst du Überbelastung und Verzerrungen. Ein DSP mit einstellbarem Hochpassfilter ist hier keine Kür, sondern Grundvoraussetzung.
- Einbauposition und Entkopplung: Montiere den Lautsprecher auf einem stabilen, gedämmten Träger. Direktkontakt mit Blechverkleidungen führt zu Resonanzen, die den Mitteltonbereich deutlich eintrüben. Bitumenmatten oder ein Adapter-Pod aus MDF helfen hier merklich.
- Pegelabgleich mit DSP: 97,5 dB Empfindlichkeit ist hoch – vor allem im Vergleich zu Hochtönern mit niedrigeren Wirkungsgraden. Beim Einmessen im DSP darauf achten, dass kein Kanal die anderen dominiert. Wer das manuell abgleicht, sollte sich Zeit nehmen.
- Kabelquerschnitt: Für 150 Watt RMS reichen 4 mm² Lautsprecherkabel problemlos aus – bei kurzen Leitungswegen sogar 2,5 mm². Wer sehr lange Kabelwege hat, geht auf Nummer sicher mit 4 mm².
Der Deaf Bonce Apocalypse AP-M60SQL macht am meisten Sinn in aktiven, mehrwegigen Setups, bei denen jeder Frequenzbereich gezielt angesteuert wird. Wer bereit ist, mit DSP und Einmesstechnik zu arbeiten, bekommt einen druckstarken, effizienten Mitteltöner mit soliden Antriebswerten. Für Plug-and-play-Systeme ohne Signalverarbeitung ist er nicht die erste Wahl.
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Deaf Bonce – SPL-Weltrekorde von der Alphard Group
Deaf Bonce gehört zur Alphard Group, die seit 1997 professionelle Beschallungstechnik entwickelt und sich 2011 auf Car-HiFi spezialisierte. Als eigene Marke startete Deaf Bonce Ende 2013 und war innerhalb kürzester Zeit für messbare Ergebnisse bekannt: Zwischen 2014 und 2021 stellte die Marke bei internationalen Wettbewerben über ein Dutzend SPL-Weltrekorde auf. Die Produktlinie ist bewusst zweigeteilt: Apocalypse für kompromisslose SPL-Systeme, Machete für alltagstaugliche, aber trotzdem kraftvolle Setups.
Deaf Bonce: meine Hassliebe in Sachen Pegel
Deaf Bonce ist bei mir ehrlich gesagt eine Hassliebe. Zum einen sind die richtigen SPL-Komponenten so brachial, dass man das nicht kleinreden kann. Zum anderen ist die Fertigungsqualität aber nicht immer auf dem Stand, wie ich es von DD Audio gewohnt bin. Hier zeigt sich das russische Mindset: Viel hilft viel.
Wer dennoch kompromisslos laut hören möchte, zu einem anständigen Preis, macht mit Deaf Bonce nichts falsch. Ich sehe die Produkte aber eher in echten SPL-/SQPL-Projekten, weniger im Daily.
