Audio System DSP 4.6 – Sechs Kanäle, ein Chip, echte Kontrolle
Der Audio System DSP 4.6 ist ein 6-Kanal-DSP, der sich an Einbauer richtet, die ihr System wirklich durchdacht abstimmen wollen – und nicht nur Pegel schieben. Mit einem Dual-Core-Freescale-Chip, 96 kHz Abtastrate und einer vollständigen Matrix-Routing-Funktion bietet der DSP 4.6 das, was man für ein ernsthaftes SQ-Setup braucht: saubere Signalverarbeitung, flexible Eingangsbestückung und eine Einschaltautomatik, die auch mit moderner Start-Stopp-Elektronik zurechtkommt. Den würde ich ohne Zögern in ein fahrzeugspezifisches Umbausystem mit Werksradio einsetzen.
Technische Highlights des Audio System DSP 4.6
- Dual-Core-Freescale-Chip mit 250 MHz: Die Rechenleistung eines Mehrkern-Prozessors sorgt dafür, dass komplexe Filter, Delays und EQ-Berechnungen parallel und ohne hörbare Latenz abgearbeitet werden – wichtig, sobald mehr als zwei Wege aktiv getrennt werden.
- 96 kHz Abtastrate (optional 192 kHz): Damit liegt der DSP 4.6 deutlich über dem CD-Standard. Die höhere Auflösung zahlt sich besonders aus, wenn man hochwertige Quellen einspeist oder per optischem Eingang arbeitet – das Signal bleibt bis zum Ausgang digital sauber.
- Vier analoge + vier Hochpegeleingänge mit Einschaltautomatik: Wer ein Werksradio als Quelle nutzt, schließt einfach die Hochpegeleingänge an (5–20 V) – die Einschaltautomatik erkennt das Signal und aktiviert den DSP selbstständig. Kein manueller Remote-Draht nötig, Start-Stopp-fest bis herunter zu 6 V für mindestens 5 Sekunden.
- Integriertes De-EQ und De-Delay: Viele Werksanlagen färben das Signal durch werksseitige EQ-Kurven oder Laufzeitkorrektur. Der DSP 4.6 kann diese Korrekturen aktiv herausrechnen – das ist die Grundlage, bevor überhaupt mit der eigentlichen Abstimmung angefangen wird.
- Filtercharakteristiken Butterworth, Bessel und Linkwitz-Riley: Drei verschiedene Filtertypen für Hoch- und Tiefpässe, je nach Anwendung wählbar. Linkwitz-Riley ist der Standard für akustisch korrekte Trennungen bei aktiven Systemen – dass Audio System alle drei anbietet, ist kein Luxus, sondern Praxis.
- Bis zu 10 Presets, SD-Kartenslot für Import: Preset 10 ist für den Import per SD-Karte reserviert – ideal für Installer, die Setups vorbereiten und im Auto einspielen wollen, ohne erst einen Rechner anschließen zu müssen.
Technische Daten im Überblick – Audio System DSP 4.6
- Kanäle: 6 Ausgänge
- Eingänge (analog, Low-Level): 4x RCA, 2–4 V
- Eingänge (High-Level): 4x Molex, 5–20 V
- Ausgänge: 6x RCA, 5 V
- Zusatzeingänge: 1x AUX, 1x optisch (TOSLINK)
- Optischer Ausgang: 1x
- Remote-Ausgang: 1x
- SD-Kartenslot: Ja (Preset-Import)
- Prozessor: Freescale Dual-Core, 250 MHz
- Abtastrate: 96 kHz (optional 192 kHz)
- Frequenzbereich: 10–44.000 Hz
- Signalrauschabstand (digital): 108 dB
- Signalrauschabstand (analog): 102 dB
- Übersprechdämpfung: > 92 dB
- Laufzeit-Auflösung: 3,5 mm bei 96 kHz
- Filtertypen: Butterworth, Bessel, Linkwitz-Riley
- Phasenumkehr: 180° je Ausgangskanal
- Presets: bis zu 10
- Betriebsspannung: 9,6–18 V
- Start-Stopp-Stabilität: bis 6 V / 5 Sek.
- Betriebstemperatur: -20 °C bis +80 °C
- Abmessungen (B x T x H): 180 x 160 x 45 mm
Einsatzbereich & Kompatibilität – wo der DSP 4.6 seine Stärken ausspielt
Der DSP 4.6 ist für 2- bis 3-Wege-Aktivsysteme mit bis zu sechs Kanälen ausgelegt – klassisch also Hochtöner, Mitteltöner und Subwoofer, jeweils aktiv getrennt. Besonders stark ist er in Fahrzeugen mit Werksinfotainment, wo kein sauberes Vorverstärkersignal verfügbar ist: Der Hochpegeleingang mit Einschaltautomatik nimmt dem Lautsprecher-Signal direkt ab, das De-EQ bereinigt werksseitige Klangverbiegungen, und ab da arbeitet man auf einer sauberen Basis.
Kombiniert wird der DSP 4.6 sinnvoll mit drei Mono- oder Stereoendstufen, etwa aus der Four Connect- oder AI Sonic-Linie. Wer an der Optik des Setups spart und lieber in Signalqualität investiert, ist hier genau richtig. Eine Fahrzeuginnenraum-Dämmung vor dem Einbau ist keine Pflicht, aber empfehlenswert – ein DSP kann keine mechanischen Störgeräusche herausrechnen.
Worauf du beim Einbau des DSP 4.6 achten solltest
- Masseführung zuerst: Ein DSP ist so empfindlich wie sein schwächstes Glied. Masseschleifen machen sich als Brummen oder Rauschen bemerkbar – also Masse direkt ans Fahrzeugblech, kurz und sauber, nicht über Umwege durch die Karosserie.
- De-EQ korrekt einmessen, nicht schätzen: Für eine verlässliche Eingangskorrektur braucht es Messwerkzeug (z. B. ein Messmikrofon mit REW oder ähnlicher Software). Wer das nach Gehör macht, arbeitet auf unsicherer Grundlage – der DSP 4.6 macht nur so viel aus dem Signal, wie korrekt eingemessen wird.
- Optischen Eingang nur bei passender Quelle nutzen: Wenn deine Quelle ein digitales Signal mit fester Abtastrate ausgibt (z. B. Streamingeinheit oder DAB-Radio mit optischem Ausgang), ist der TOSLINK-Eingang der sauberste Weg. Bei analogen Quellen hat der Umweg keinen klanglichen Vorteil.
- Presets strukturiert anlegen: Mit bis zu zehn Presets lohnt es sich, von Anfang an ein Nummerierungsschema festzulegen – z. B. Preset 1 für Alltagsabstimmung, Preset 2 für Bassbetonung, Preset 10 für SD-Import. Wer das nachrüstet, verliert schnell den Überblick.
Der Audio System DSP 4.6 ist kein Einsteigerprodukt – er setzt voraus, dass man weiß, was man damit vorhat. Wer ein sauber aufgebautes Aktivsystem mit Werksradio-Integration oder digitaler Quelle plant und bereit ist, Zeit ins Einmessen zu investieren, bekommt hier eine Prozessorplattform, die in dieser Preisklasse nur wenige mithalten können. Für reine Plug-and-Play-Käufer ist er hingegen zu viel des Guten.
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