Audio System EX100 SQ EVO3 – Kompakter Mitteltöner mit Neodym-Antrieb für anspruchsvolle SQ-Setups
Der EX100 SQ EVO3 von Audio System ist ein 100-mm-Mitteltöner, der klar für den SQ-Bereich entwickelt wurde – nicht für maximalen Pegel, sondern für saubere, präzise Stimmwiedergabe in einer aktiven Drei-Wege-Trennung oder als Ergänzung zu einem Hochtöner in einem 2,5-Wege-Aufbau. Wer einen Mitteltöner sucht, der sich unauffällig ins Armaturenbrett oder in die A-Säule integrieren lässt, ohne beim Klang zu betteln, ist hier richtig. Ich würde ihn überall dort einsetzen, wo es auf Stimmwiedergabe und Räumlichkeit ankommt – und nicht auf rohe Lautstärke.
Technische Highlights des EX100 SQ EVO3
- Neodym-Antrieb mit ventiliertem Korb: Der Neodym-Magnet ermöglicht einen kompakten, leichten Aufbau bei gleichzeitig hohem Kraftfaktor – relevant für den Einbau in engen Einbauorten wie A-Säulen oder Dash-Cups, wo Gewicht und Bautiefe direkt entscheiden, ob das Konzept aufgeht.
- NAWI-Papiermembran mit Glasfaser-Verstärkung und Nomex-Spider: Die Kombination aus einem leichten, steif verstärkten Membranwerkstoff und einem formstabilen Nomex-Spider sorgt für geringe bewegte Masse (5,52 g) und damit für ein schnelles, kontrolliertes Ansprechverhalten – typisch für Systeme, bei denen Detailtreue vor Maximalpegel steht.
- Impedanz 3 Ohm: Die 3-Ohm-Nennimpedanz ist kein Standardwert – DSP-Endstufen und aktive Systeme können damit problemlos umgehen, aber wer einen passiven Weichenausgang mit einer Standard-4-Ohm-Abstimmung verwendet, sollte die Auslegung vorher prüfen.
- Fs bei 101 Hz, Qts 0,39: Die Resonanzfrequenz und der Gesamtgüte-Wert geben vor, wo man den Mitteltöner aktiv trennt. 101 Hz Fs und ein Qts unter 0,5 sind ein klares Signal, dass dieser Treiber für eine aktive Hochpassflanke oberhalb von 150–200 Hz ausgelegt ist – er ist kein Tiefmitteltöner, sondern ein echter Midrange.
- Kompakter Einbau mit 47 mm Einbautiefe: Mit einer Einbautiefe von nur 47 mm und einem Einbauöffnungsdurchmesser von 94 mm passt der EX100 SQ EVO3 in Positionen, die für konventionelle 100-mm-Treiber oft zu eng ausfallen – A-Säulen-Einbauten werden damit deutlich planbarer.
- 80 W RMS je Lautsprecher: Für einen Mitteltöner dieser Baugröße ist das eine solide Belastbarkeitsangabe – in der Praxis wird man ihn im aktiven Betrieb selten auch nur annähernd ausreizen. Wichtig zu wissen: 80 W RMS ist der Dauerbetriebswert, keine Peak-Angabe.
Technische Daten im Überblick – EX100 SQ EVO3
- Hersteller: Audio System
- Modell: EX100 SQ EVO3
- Verkaufseinheit: Paar (2 Stück)
- Nenndurchmesser: 100 mm
- Außendurchmesser: 102 mm / 128 mm (Flansch)
- Einbauöffnung: 94 mm
- Einbautiefe: 47 mm
- Impedanz: 3 Ohm
- Belastbarkeit (RMS): 80 W je Lautsprecher
- Kennschalldruck: 89 dB (2,83 V / 1 m)
- Frequenzbereich: 110–4.500 Hz
- Resonanzfrequenz (Fs): 101 Hz
- Gesamtgüte (Qts): 0,39
- Mechanische Güte (Qms): 2,87
- Elektrische Güte (Qes): 0,45
- Äquivalentvolumen (Vas): 1,68 l
- Membranfläche (Sd): 55 cm²
- Bewegte Masse (Mms): 5,52 g
- Kraftfaktor (BL): 4,6 Tm
- Schwingspulendurchmesser: 25 mm
- Gewicht (Paar): 1,04 kg
- Antrieb: Neodym
Einsatzbereich & Kompatibilität – EX100 SQ EVO3
Dieser Mitteltöner ist klar für aktive Systeme mit DSP-Steuerung gedacht. Im passiven Betrieb ist er zwar technisch möglich, aber du verschenkst das Potenzial, das dir Fs und Qts-Wert eigentlich bieten. Am besten läuft der EX100 SQ EVO3 in einem Drei-Wege-Aufbau: Hochtöner ab etwa 3–4 kHz, dieser Treiber von ca. 200 Hz bis dahin, darunter ein dedizierter Tieftöner oder Subwoofer. Fahrzeuge mit Einbaumöglichkeiten in A-Säule oder Armaturenbrett profitieren besonders von der kompakten Bauform. Kombinationsempfehlung: ein DSP mit mindestens 6 Kanälen (z. B. aus dem Audiotec-Fischer- oder Helix-Umfeld), damit jeder Zweig individuell zeitkorrigiert und gefiltert werden kann. Wer im Fahrzeug bereits gedämmt hat, wird deutlich mehr von der Räumlichkeit dieses Treibers wahrnehmen.
Worauf du beim Einbau des EX100 SQ EVO3 achten solltest
- Aktive Hochpassfilterkette pflicht: Mit einer Fs von 101 Hz sollte der Hochpass im DSP bei mindestens 150–200 Hz mit 24 dB/Okt. angesetzt werden. Darunter arbeitet der Treiber außerhalb seines sinnvollen Arbeitsbereichs – Verzerrungen nehmen zu, ohne Pegelvorteil.
- 3-Ohm-Impedanz im Blick behalten: Prüfe vor dem Einbau, ob deine Endstufe oder dein DSP-Ausgang für 3-Ohm-Lasten freigegeben ist. Viele Consumer-Endstufen sind nur bis 4 Ohm spezifiziert – ein Blick ins Datenblatt deiner Endstufe lohnt sich hier.
- Einbauposition und Schallführung: Der Kennschalldruck von 89 dB ist für einen Neodym-Mitteltöner dieser Klasse solide, aber kein Spitzenwert. Wer den Treiber in einer A-Säule verbauen will, sollte den Abstrahlwinkel auf die Hörposition ausrichten – das macht in der Praxis mehr aus als jede DSP-Korrektur hinterher.
- Rückvolumen beachten: Das Äquivalentvolumen (Vas) von 1,68 l ist sehr klein – der Treiber ist wenig abhängig von einem definierten Rückvolumen, reagiert aber dennoch auf starke Druckschwankungen hinter der Membran. Ein geschlossenes, bedämpftes Einbaugehäuse oder eine sauber abgeschlossene A-Säulen-Kammer ist besser als eine offene Rückseite ins Türinnere.
Der Audio System EX100 SQ EVO3 ist ein ehrlicher Spezialist: kein Allrounder, kein Treiber für passive Standardweichen, aber für ein aktiv gesteuertes SQ-System in Fahrzeugen mit Platz für Drei-Wege-Konzepte eine sehr saubere Wahl. Wer bereits einen DSP im Einsatz hat und seinen Mittelhochtonbereich auf ein neues Niveau heben will, wird mit diesem Paar gut bedient.
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